Die alte neue Nähmaschine

Beim Aufarbeiten der Fraktion Möbelbau fiel mir der Nähtisch in die Hände. Alles begann mit einem Erbstück .. einer Nähmaschine die in einem Tisch steckte. Und dann sollte sie in unser Heim integriert werden. Das Design vergangener Tage ist sicher für einige Retro und hübsch, aber wir wollten dann doch "nur" den Kern erhalten und haben einen Schrank gebaut.

Nun ist die Nähecke bei uns eher ein Provisorium, aber aus heutiger Sicht ist es ein ziemlich lang andauernder Zustand. Da hat sich rückblickend der Aufwand gelohnt, die Maschine würdig zu integrieren. Als Anbau für eine IKEA-Komposition sollte der Tisch funktional sein und nahtlos integriert werden. Die Maschine war dabei von Grund auf für den Einbau konzipiert und hätte nicht allein stehen können oder auf einem Tisch gewirkt. Sie musste also versenkt werden.

Wenn man das richtige Werkzeug hat, dann ist das ein Kinderspiel und in kurzer Zeit erledigt, aber damals hatte ich nur meine Oberfläse und eine Stichsäge. Für den Möbelbau der frühen Stunde nichts brauchbares und heute frage ich mich, wie wir damit so viele Möbel bauen konnten.

Der Tisch ist aus Multiplex Bikre gefertigt und anschließend mit Osmo Hart-Wachs-Öl behandelt. Das dunkelgraue Finish lässt aber die Holzstruktur durchblicken und sogar der Grundton kann so noch wirken. Der Tisch hat von unten eine Öffnung für die Spulenwechsel und schön runde Kanten für einen flotten Stofflauf. Ansonsten ist da nicht viel zu berichten. Um noch ein Buzzword losgeworden zu sein, würde ich das als Upcycling bezeichnen, wenn man einer sehr alten Nähmaschine ein neues Zuhause gibt.

Obwohl es für die Maschine noch alle Einzelteile nachzukaufen gibt, muss man schon zugeben, dass die letzten 30/40 Jahre technischer Fortschritt spürbar sind. Und dennoch ist es beeindruckend für einen Informationstechniker, dass etwas unverändert 30/40 Jahre eine solide Leistung erbringen kann.