Kleine Zeitmaschine: K.i.N.D

Ohje .. der Artikel entstand nach einem Wochenede zusammen mit meinem Kleinen. So viel als Entschuldigung für das, was gleich kommt.

Es werden jedes Jahr tausende Baby geboren und im Regelfall gibt dazu doppelt so viele Eltern. Und damit gibt es eine beachtliche Menge Besitzer von Zeitmaschinen. Bitte was? Jap es sind kleine Zeitmaschinen und wer Hollywoodfilme kennt, ist sich der Gefahr von Zeitmaschinen bewusst und die Drehbuchautoren übertreiben keineswegs. Und dennoch passiert so wenig, was nahelegt, dass die meisten dieser kleinen Zeitmaschinen gar nie benutzt werden. Die Funktionsweise entspricht dem Drehbuch von Deja Vu, einem Film aus dem Jahre 2006. Und damit dürfte die Verwirrung für einen Artikel ausreichend sein .. also geht es los.

Vorgeschichte und wie ich drauf gekommen bin

Kleine Kinder sind nicht selten nervig und strapazieren die eigenen Eltern nicht selten bis aufs Letzte. Und dann gibt es dieses Lächeln und die Freude, was alles wieder gut oder wenigtens gut ertragbar macht. Und der Alltag verhindert es meistens, dass wir den nötigen Abstand erhalten, um das, was man sich da geschaffen hat genau beurteilen zu können. Wir nehmen uns keine Zeit, weil die Zeit meist nie passt und wir reden uns dann noch ein, dass wir das für die Familie tun. Und das Wort Zeit ist nicht zufällig gehäuft, denn es geht ja um Zeitmaschinen in diesem Artikel. Und wenn man dann doch mal zuhört und zusieht, was die kleinen da so treiben, dann sieht man verblüffendes, wie ich finde. Man sieht irgendwie sich selbst in klein und fühlt sich plötzlich wie die eigenen Eltern an.

Und genau das meine ich mit Zeitmaschine.

Analog zu dem Filmdrehbuch von "Deja Vu" hat man also nun einen konstanten Zeitstrom in die Vergangenheit und jede Sekunde kann man nur genau einmal wieder erleben und nur für eine Sekunde lang. Man kann während dieser Zeitstrom fließt zwar die "Richtung" der Betrachtung beeinflussen, aber man kann keine Sekunde zweimal in unterschiedlichen Einstellungen ansehen. Und wenn man etwas verpasst hat, dann kommt es so nicht wieder. Im Gegensatz zu dem Film braucht es keine technische Aperatur, sondern lediglich uns selbst und leider ist die im Kopf selbst gebaute Zeitmaschine völlig unbenutzt und der Zeitstrom ist längst nicht so konstant, wie im Film. Und ganz oft entdeckt man die Funktion erst viel zu spät.

Kleine Bedienungsanleitung

Also wie funktioniert die Zeitmaschine? Im Wesentlichen durch Beobachtung, Auswertung und Kommunikation. Alle drei Dinge kosten leider viel Zeit und da wäre wohl auch der Grund, warum die Zeitmaschine keiner benutzt. Diese bringt einem keine zusätzliche Zeit, sondern kostet in erster Linie viel Zeit und Energie.

Beobachtung ist die Grundvoraussetzung, um in den Zeitstrom einsteigen zu können. Man sieht also wie die kleinen Menschen heranwachsen und schon im Kleinstkindalter haben sie Eigenarten, die man nicht erlernt, sondern einfach drin sind. Da kann man einem Kind tausendmal sagen, dass es doch bitte dies oder das machen soll und dennoch macht es das Kind auf seine eigene Weise. Erziehung wird hier gern überschätzt und selbst die Genetik ist da nur eine Grundidee.

Auswertung ist ein wichtiger Baustein, denn dadurch kann man sein eigenes Handeln dem Geschehen anpassen. Bevor sie das aber selbst ausprobieren, lesen sie bitte noch die Nebenwirkungen durch, denn das hier ist der gefährlichste Teile. Also nicht die Auswertung, sondern die Ergebnisse der Auswertung zu verwenden. Die Auswertung bedeutet, dass man das Verhalten des Kindes eigentlich für sich selbst vielleicht okay findet, es sich selbst aber im Zuge der Sozialisierung abgewöhnt hat. Aber warum hat man das getan und wer oder wie ist es gewesen. Ab hier beginnt ein langer Prozess, der das Gehirn in wahnsinnige Probleme führt, denn so gut wir die Vergangenheit beurteilen können, schon bei der kleinsten Anpassung kann das Gehirn eine Vorhersage auf die Gegenwart nicht mehr korrekt "berechnen".

Kommunikation ist dann nötig, wenn man seine Erkenntnisse verbessern möchte. Ähnlich der großen Technik hilft die Kommunikation dabei, mit der neuen Erkenntnis nicht allein zu sein und vielleicht werden aus verschiedenen Standpunkten Informationen plausibler zusammengetragen.

Achtung - Nebenwirkungen sind gigantisch

In dem Punkt hat Hollywood nicht übertrieben, denn die Benutzung einer Zeitmaschine kann irreversible Schäden in der Gegenwart verursachen. Kein Scherz! Der Mensch ist zwar mit vielfältigen Schutzsystemen ausgestattet, aber nicht alle sind immer wirkungsvoll aktiv, was allgemein hin als schwacher Moment bezeichnet wird.

Was kann also passieren. Nun es kann ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder komplett verändern. Und wer sich jetzt denkt, was kann sich da schon ändern .. so schlimm kann das doch nicht sein. Nun es kann sich komplett alles ändern bedeutet, dass sie plötzlich vielleicht gar keine Eltern mehr haben möchten oder Freunde plötzlich verschwinden. Das sind natürlich drastische Folgen, die so hoffentlich nicht eintreten. Aber es werden alle Fakten der Vergangenheit neu bewertet und dann taucht sie wieder auf, die Frage nach dem "Was wäre passiert wenn". Das für mich größte Risiko liegt darin, dass man sich einredet, man könnte die Folgen dieser Frage beantworten und es hätte auch noch eine Bedeutung. Was wäre, wenn sie nicht als Gröte, sondern als Frosch zum Fasching gegangen wären, und sie dann statt Sandra doch mit Steffi nach hause gegangen wären, weil Steffi die Prinzessin war und Sandra auch eine Gröte, also eine Leidensgenossin. Dieses Beispiel ist samt den Namen völlig erfunden, aber die zentrale Frage "was wäre passiert wenn" kann kein Mensch beantworten und die Mutter oder dem Vater die Schuld für die Kostümwahl anzulasten ist ebenso gefährlich wie unsinnig. Die Gefahr liegt darin, dass man auf der Suche nach dieser einen Antwort den Blick für die Gegenwart verliert und vielleicht in einer gesponnen Phantasie der Vergangenheit wie in einer Hülle gefangen bleibt oder gar versucht die Gegenwart entsprechend seinem Wahn zu verbiegen.

Weniger reißerisch und weniger im Filmslang gehalten, wird man mit Zweifeln kämpfen und braucht Mut, die Dinge dann anders zu machen.

Eine zweite Chance?!

Es gibt keine zweite Chance, was an dem konstanten Zeitstrom liegt. Aber es gibt einen parallelen Zeitstrom, der sehr viel häufiger verwendet wird. Nämlich die Beziehung aus einer weiteren Generation mehr Abstand. Sehr viele fange mit dem Zeitreisen an, wenn sie Großeltern werden. Dann versuchen sie zwei Zeitströme wahrzunehmen, was aber auf der sehr geringen Intensität nicht im Ansatz vergleichbar ist. Warum schreibe ich es dann? Weil diese Erkenntnis von Großeltern meist kommuniziert wird, es hört nur keiner zu. Und genau das ist die Chance für Zeitreisen. Gefährlich aber spannend.

Kleiner Abspann

Wer glaubt ich bin mit dem Kopf zu hart aufgeschlagen und der Artikel ist völlig Quatsch, dem kann ich versichern, ich war bei vollem Bewusstsein, aber vielleicht kann ich nicht gut genug schreiben, um das gedachte zu transportieren. Beim Lesen kam mir übrigens auch der Gedanke, was das für ein Käse sei, aber wie immer werden auch hier 10% Wahrheit dran sein.

Im Film "Alles eine Frage der Zeit" können die Männer der Familie in der Zeit reisen und es ist schon sehr spannend, was da alles passieren kann. Wirklich erwähnenswert ist der Film wegen dem Schluss, wo "er" feststellt, dass die Zeitreisen zwar toll sind, aber er jeden Moment in der Gegenwart sehr bewusst lebt. Das wünsche ich jedem, selbst wenn es echt nicht leicht ist.